Innerhalb von nur zwei Tagen ereigneten sich in Kumanovo zwei getrennte Vorfälle, die die Frage aufwerfen, ob jemand gezielt versucht, die interethnischen Beziehungen in der Stadt zu stören.
Nachdem am Wochenende die Räumlichkeiten des Kultur- und Kunstvereins „Srpski Vez“ vandalisiert worden waren, wurden in der Nacht auch mehrere Wandgemälde und Graffiti im Stadtteil Pero Čičo mit der Aufschrift „UCK“ beschmiert.
Beide Vorfälle lösten Reaktionen in der Öffentlichkeit sowie Verurteilungen durch Politiker und lokale Behörden aus, während die zuständigen Institutionen die Ermittlungen fortsetzen.
Der erste Vorfall ereignete sich in der Nacht von Freitag auf Samstag, als Unbekannte die Räumlichkeiten von „Srpski Vez“ beschädigten.
Auf die Wände wurde die Aufschrift „UCK“ gesprüht. Der Minister für kommunale Selbstverwaltung Ivan Stoiljković veröffentlichte zudem Aufnahmen einer Überwachungskamera, auf denen zwei Personen zu sehen sind, die mit einem Auto ankommen, das Gebäude beschmieren und anschließend den Tatort verlassen.
Stoiljković bezeichnete den Vorfall als schweren Akt des Vandalismus und forderte die strengstmögliche Bestrafung der Täter.
In seiner Stellungnahme erklärte er, dass „Fremdenfeindlichkeit mit chauvinistischen Elementen“, die seiner Ansicht nach seit längerer Zeit im öffentlichen Raum präsent sei, nun sichtbare Folgen zeige.
Er betonte, dass der Angriff besonders besorgniserregend sei, da die Räumlichkeiten von mehr als 200 Kindern für Folkloreaktivitäten genutzt würden. Staat und Öffentlichkeit müssten ein solches Verhalten entschieden verurteilen und sanktionieren.
Auch der Bürgermeister von Kumanovo, Maksim Dimitrievski, verurteilte den Vorfall und forderte eine schnelle und wirksame Reaktion der Ermittlungsbehörden.
„Ich verurteile die Vandalisierung der Räumlichkeiten des Kultur- und Kunstvereins ‚Srpski Vez‘ in Kumanovo aufs Schärfste. Ich fordere die Ermittlungsbehörden auf, die Täter zu identifizieren und vor Gericht zu bringen. Kumanovo war immer eine Stadt der Multikulturalität und des Zusammenlebens und wird es auch bleiben. Solche Handlungen sind kein Patriotismus, sondern purer Chauvinismus, der ethnische Intoleranz schürt, die alle Bürger von Kumanovo ablehnen“, sagte Dimitrievski.
Die Polizei von Kumanovo teilte mit, dass der Vorfall gemeldet wurde, ein Tatortbefund durchgeführt worden sei und Maßnahmen zur Identifizierung der Täter sowie zur vollständigen Aufklärung des Falls eingeleitet wurden.
Während die Öffentlichkeit noch auf die Ergebnisse der Ermittlungen zum Angriff auf „Srpski Vez“ wartet, wurde in der Nacht ein weiterer ähnlicher Vorfall registriert.
Mehrere Wandgemälde und Graffiti im Stadtteil Pero Čičo wurden mit der Aufschrift „UCK“ beschmiert, was die Vermutung verstärkt, dass jemand gezielt Botschaften verbreiten will, die interethnische Spannungen auslösen könnten.
Bislang ist nicht bekannt, ob die beiden Vorfälle miteinander in Zusammenhang stehen oder von denselben Tätern begangen wurden.
Kumanovo gilt seit Jahrzehnten als eine der multikulturellsten Städte des Landes, in der verschiedene ethnische Gemeinschaften zusammenleben. Deshalb sorgen diese Vorfälle für besondere Aufmerksamkeit und werfen die Frage auf, ob es sich um isolierte Akte von Vandalismus oder um gezielte Versuche handelt, die interethnischen Beziehungen zu stören und unnötige Spannungen zu schaffen.

